Kostenloser Strom für die Dritte Welt: kein Traum, sondern Wirklichkeit. Als Entwicklungsminister Gerd Müller sagte, „wir brauchen eine neue Strategie, wie wir in den Krisen- und Fluchtländern investieren und Perspektiven für die Menschen schaffen – durch Investitionen in Bildung, Ausbildung und Entwicklung“, sah dies die Technikerschule Höchstädt als Auftrag und plante eine verstärkte Kooperation mit der Beschulung junger Asylbewerber und Flüchtlinge. Seit diesem Schuljahr arbeitet die Technikerschule mit selbst montierten Solarkoffern, die das Prinzip einer autarken, d.h. vom Stromnetz völlig unabhängigen Inselanlage simulieren. Mit diesem Konzept können abgelegene, energetisch nicht- erschlossene Dörfer kostenlos mit Strom versorgt werden.

In einem weiteren Schritt werden die jungen Asylbewerber und Flüchtlinge mithilfe der Solarkoffer in der Photovoltaik-Technik geschult. Dabei kommen beispielsweise Wechselrichter, Laderegler und Akkuspeicher zum Einsatz. Die jungen Flüchtlinge erhalten damit eine Qualifizierung in der Photovoltaik-Technik und damit auch eine berufliche Perspektive in ihren Heimatländern oder in der Entwicklungshilfe. Des Weiteren wird mit Messübungen der Energieverbrauch von kleineren Elektrogeräten wie Smartphones, MP3-Player oder Lautsprecher veranschaulicht.

In Deutschland findet das Konzept der Inselanlage beispielsweise beim Betrieb von Parkuhren oder Geschwindigkeitsmessanzeigen Anwendung.

Thomas Mayer