Januar 2020 Bodenkunde und Umweltanalytik im Ries

Technikerschule Höchstädt bei der HPC AG in Harburg

Die angehenden Staatlich geprüften Techniker für Umweltschutztechnik und regenerative Energien statteten der Firma HPC AG in Harburg einen Besuch ab.

Dabei wurden die Schüler und Lehrkräfte Morgens von Dipl.-Geologe und Projektleiter Hr. Graf sowie von Hr. Schneider, Außendienstmitarbeiter, Sicherheits- und Qualitätsmanagementbeauftragter, empfangen.

Nach einer kurzen Beleuchtung des Unternehmensprofils (588 Mitarbeiter, Hauptsitz Harburg, europaweit Niederlassungen) und der Geschäftsfelder Flächenrecycling und Umweltberatung erhielten die Gäste einen Einblick in die anspruchsvollen Aufgaben der technischen Mitarbeiter. In einem Waldstück bei Harburg wurde bei der Entnahme einer Grundwasserprobe aus einer ca. 18 m tiefen Messstelle das Grundwasser auf die Parameter Leitfähigkeit, ph-Wert, Temperatur und Sauerstoffgehalt gemessen. Erst eine konstante Leitfähigkeit erlaubt eine Interpretation der anderen Parameter, da diese auf eine konstante Wasserzusammensetzung hinweist. Diese Analyse wurde im Auftrag der Firma Märker im angrenzenden Steinbruch durchgeführt, um Verschmutzung des dortigen Grundwassers ausschließen zu können. Dabei ist streng nach Arbeitsanweisung und dem internen Qualitätsmanagement vorzugehen, um Fehlerquellen bei der Probenentnahme zu vermeiden. Für die Prognose des Grundwasserverlaufs durch die Aquifere im Boden dienen leistungsfähige Großrechner.

Bei der nächsten Station erfolgte die Veranschaulichung der Kenntnisse aus dem Wahlpflichtfach „Bodenkunde & Geologie“: Bei der Durchführung einer Rammkernsondierung wurde mithilfe eines kettengetriebenen Bohrgeräts eine Sonde ca. eineinhalb Meter tief in den Boden gerammt. Diese Sonde, die über einen Hohlkörper die Bodenprobe aufnimmt, wird anschließend mit einem hydraulischen Ziehgerät wieder aus dem Boden gezogen. Anhand des im Hohlkörper aufgenommenen Bodens konnte die Bodenzusammensetzung im Ries begutachtet werden. Dabei kann der enthaltene Sand auf Feuchte bzw. Nässe analysiert werden. Da bei diesem Vorgang Kräfte von 80 kN und mehr auftreten, spielen Gefährdungsbeurteilungen und Arbeitsschutz eine wichtige Rolle. Das hinterlassene Loch wird anschließend wieder aufgefüllt oder zur Messstelle für Grundwasserprobenentnahmen ausgebaut. Die Durchführung der Bohrungen erfordert eine Genehmigung der örtlichen Behörden.

Diese Bodenproben mit Analyse auf Schadstoffe, natürliche Bestandteile und Rückstände sind beim Flächenrecycling, d.h. vor der Abfuhr des ausgehobenen Bodens auf Baustellen, vorgeschrieben. Interessant: vor Durchführung der Bodenanalyse wird häufig eine Erforschung der Nutzungshistorie des Grundstücks durchgeführt, um die Mitarbeiter auf eventuelle Gefahrstoffe sicherheitstechnisch vorzubereiten.

Desweiteren führt die HPC AG Untersuchungen von Baumaterialien zur Erstellung eines Abrisskonzepts bei baufälligen Gebäuden durch. So kann eine umweltgerechte Entsorgung von mit Schadstoffen belasteten Baumaterialien (z.B. Asbest) gewährleistet werden.

Die HPC AG ist auf der Suche nach Fachkräften verschiedener Disziplinen, die jeweils in die speziellen Themengebiete eingelernt werden. Dazu werden weitere Kooperationsmöglichkeiten mit der Technikerschule bezüglich Praktika, Projektarbeiten und Stellenausschreibungen ins Auge gefasst.

Die Technikerschule Höchstädt bedankt sich bei der HPC AG für diesen lehrreichen Einblick in die Praxis, aber auch für das anschließende Mittagessen und die hervorragende Betreuung durch Herrn Graf und Herrn Schneider.

Die Technikerschule lädt am Donnerstag, den 06.02.2020 ab 18:00 Uhr zum jährlichen Informationsabend in der Prinz-Eugen-Straße 13 in Höchstädt a.d. Donau ein.