Exkursionen der Techniker zu Grünbeck, Eurocopter und zum KKW Gundremmingen

Zum Aufzeigen künftiger Karrierechancen unserer Absolventen der Fachschule für Umweltschutztechnik und regenerative Energien unternahmen wir dieses Schuljahr insgesamt drei Firmenbesichtigungen. Am 11.12.2013 wurde die TK-1 durch einen Mitarbeiter aus der Konstruktion der Firma Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH in Höchstädt im sehr modern ausgestatteten Schulungsraum begrüßt.

 

Dabei stellte er uns Daten und Fakten rund um den Hersteller für Wasseraufbereitungsanlagen sowie zur Branche allgemein vor. Durch den Bezug zu aktuellen Themen wie Legionellen-Gefahr in Wohnhäusern, pH-Grenzwerte sowie die Trinkwasserqualität in Deutschland  war der Vortrag sehr lebendig. Interessant waren vor allem die Ausführungen zum Einsatz von Grünbeck-Anlagen zur Trinkwasserversorgung in Krisengebieten, insbesondere aktuell nach der Erdbebenkatastrophe auf den Philippinen. Dabei durften wir eine Kostprobe von mit Grünbeck-Anlagen aufbereitetem Trinkwasser nehmen, wurden dazu aber auch großzügig mit Kaffee und Butterbrezeln bei lockerer Gesprächsatmosphäre über Karrieremöglichkeiten verwöhnt. Schließlich unternahm der Leiter der Schulungsabteilung die anschließende zweistündige Werksführung, die uns durch das Labor, die  Lehrwerkstatt, die Verpackung und die Qualitätskontrolle führte. Dabei fielen Fachbegriffe wie 100%-Prüfung, Stückliste, KANBAN, Chaos-Lagersystem und Baukastenprinzip, die in unserem Unterricht, vor allem auch im zweiten Jahr, eine große Rolle spielen.  Am Ende des dreistündigen Besuchs wurden wir mit verschiedenen Präsenten verabschiedet und bedankten uns mit von unseren angehenden Hauswirtschaftlerinnen und Hauswirtschaftlern zubereiteter, hauseigener Marmelade für die Einladung dieses sehr gastfreundlichen Unternehmens.
 
Kurz darauf, ebenfalls noch vor Weihnachten, bekamen die beiden Technikerklassen Gelegenheit, die Hubschrauberproduktion des EADS-Tochterunternehmens Eurocopter (jetzt: Airbus Helicopters) in Donauwörth zu besichtigen.  Empfangen wurden wir vom Ausbildungsleiter für alle gewerblichen Berufe von Eurocopter in Deutschland, der uns zunächst die Produktpalette, die Größe, die wirtschaftlichen Erfolge sowie die Ausbildungsberufe und dualen Studiengänge von Eurocopter vorstellte. Daraufhin folgte ein  Rundgang durch die Lehrwerkstatt mit Besichtigung des dort für Lehrzwecke abgestellten Hubschraubers. Besonders interessant war die Erkenntnis, dass Hubschrauber aufgrund der Komplexität und der vielen Kundensonderwünsche hauptsächlich in Einzelfertigung und auf Bestellung hergestellt werden und damit eine mehrjährige Lieferdauer haben.  Ein echtes Highlight waren die riesigen Transporthubschrauber, die für die Bundeswehr im Werk regelmäßig gewartet und repariert werden. Aber auch die Tiger-Kampfhubschrauber bekamen wir zu Gesicht. Daneben  lernten wir die Produktion und Lackierung der Türen des Airbus A380 kennen. Abgerundet wurde die Firmenbesichtigung durch einen Besuch des werkseigenen Flugplatzes für Testflüge. Da der Lärmschutz bei Hubschrauber aktuell ein großes Thema ist, bietet dieses Unternehmen für unsere Absolventen interessante Einstiegsmöglichkeiten.
 

Vom 20. Bis 22. Januar waren die beiden Technikerklassen zu einer Besichtigung des Kernkraftwerks Gundremmingen (KGG) eingeladen. Auch alle Lehrkräfte und das gesamte Personal der Schule bekam die Gelegenheit, einen Einblick in das Kernkraftwerk zu gewinnen. Aufgrund sorgfältiger Einlass- und Sicherheitskontrollen waren pro Nachmittag nur zwölf Personen pro Besuchergruppe erwünscht. Am 21.01.2014 trafen sich die Schüler der TK-2 um 13:00 Uhr im Informationszentrum des Kernkraftwerks.  Zunächst erhielten wir bei Verköstigung mit Kaffee und Getränken eine etwa einstündige Einführung in die Technik sowie Hintergrundinformationen zum Kernkraftwerk Gundremmingen. Besonders interessant hierbei waren die große Anzahl der vom Kernkraftwerk abhängigen Arbeitsplätze sowie die bestehenden Ausbildungsmöglichkeiten. Dabei ging der Mitarbeiter auch auf aktuelle politische Diskussionen und Beschlüsse zur Förderung der alternativen Energien, zum vollständigen Abbau der Kernkraftwerke, zur Suche eines Endlagers sowie zu den Techniken der Endlagerung ein. Zudem stellte er das Kernkraftwerk Gundremmingen dem Unglückskraftwerk in Fukushima gegenüber und verdeutlichte die sicherheitstechnischen Unterschiede beider Kraftwerke, wodurch der Vortrag immer einen aktuellen Bezug hatte und damit sehr lebendig war. Nach einer sorgfältigen Sicherheitskontrolle durch Überprüfung der Identitäten, Abtasten, einer Sicherheitsbelehrung und dem Anlegen der aufwendigen Schutzbekleidung (siehe Bild) begann die Führung. Höhepunkt des Rundgangs war die Besichtigung des Kühlbeckens für die Brennstäbe. Am Ende des Rundgangs, um ca. 16:30, wurden alle Teilnehmer einer Strahlenuntersuchung unterzogen, die (zum Glück) bei Niemandem Alarm auslöste. Schließlich wurden wir mit einem Kugelschreiber und einer kleinen Taschenlampe verabschiedet. Da Kernkraftwerke, insbesondere in Zukunft aufgrund des anstehenden Rückbaus der Kernenergie, aber auch aufgrund der notwendigen Überwachung des Strahlenschutzes, für unsere Techniker potentielle Arbeitgeber sind, war diese Exkursion für unsere Schülerinnen und Schüler sehr spannend.