März 2020 Plastik – Segen hier, Fluch da

Die Klasse TK1 der Technikerschule mit den beiden Fachrichtungen Informatik und Umwelt/Regenerative Energien am Beruflichen Schulzentrum hat im Schuljahr 2019/20 mit ihrer Lehrerin Daniela Sailer im Rahmen des Sozialkundeunterrichts am renommierten Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung teilgenommen – als eine von 2500 Klassen mit insgesamt über 50.000 Jugendliche. Das Projektergebnis gehörte zu den 350 Beiträgen, die mit einem Preis ausgezeichnet wurden: einer Prämie in Höhe von 150 Euro.

Aus dem breiten Themenspektrum wählten die Schüler passend zur Umwelttechnik das Thema „Plastik: Segen hier – Fluch da“. Der Bogen wurde dabei weit gespannt: von der Herstellung von Plastik über Plastik im Alltag hin zur Problematik von Mikroplastik und Umweltverschmutzung. Recycling und die eigenen Handlungsmöglichkeiten im Alltag rundeten das Thema ab. Die Schüler schlossen sich in Zweier- und Dreiergruppen zusammen, um selbstständig zu recherchieren und ihre Arbeitsergebnisse mit eigenen begründeten Meinungen zu ergänzen. Gerade das Thema Mikroplastik und seine Auswirkungen auf den Menschen und seine Umwelt beschäftigte die Schüler sehr. Ein schädigender Stoff ist Bisphenol A, der in vielen Alltagsprodukten vorkommt und im Körper nachweisbar ist. So kamen die Schüler auf die Idee, ihren Urin testen zu lassen, um mehr über ihre eigene Schadstoffbelastung herauszufinden. Ein geeignetes Labor zu finden war nicht so einfach, aber über das Landratsamt Donau-Ries und das Bayerische Landesamt für Umwelt nahmen die Schüler Kontakt mit Prof. Dr. Roßbach an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz auf. Überzeugt von der Idee der Schüler, bot er ihnen an, gegen eine Spende an den Förderverein der Uni Mainz 20 Proben zum Selbstkostenpreis auf BPA zu analysieren. Zur Finanzierung startete die Klasse eine Crowdfunding-Aktion, mit der sie Familien und Freunde bat, einen kleinen Beitrag für das Vorhaben zu spenden – mit Erfolg.

Doch nicht nur fachlich lernten die Schüler dazu. Gegen Ende des Projekts musste unter Zeitdruck sehr viel untereinander abgesprochen und abgestimmt wurde. Das lief nicht immer reibungslos, stärkte aber am Ende die Klassengemeinschaft. Die Ergebnisse wurden auf sechs DIN A2 Plakaten gestaltet und von einer lokalen Druckerei gedruckt.

Die Erkenntnisse aus ihrer Arbeit waren für die Schüler einprägsam. „Nachdem ich mich über das Thema Mikroplastik informiert habe, trinke ich deutlich seltener aus Plastikflaschen. Mir war davor nicht bewusst, dass wir so viel Mikroplastik konsumieren“, so Marco Ertle (Lauingen). Sein Mitschüler Peter Müller aus Gundelfingen stimmt ihm zu: „Die immense Menge an Plastik, die produziert und in der Umwelt verteilt wird, ist für mich besonders erschreckend. Jeder sollte in Zukunft dazu beitragen, möglichst plastikfrei einzukaufen und zu verpacken." Den eigenen Plastikkonsum zu überdenken und den Alltag verändern – dazu möchten die Technikerschüler ihre Mitschüler und ihre Lehrkräfte anregen. Dies ist ganz im Sinne von Schulleiter Gerhard Weiß, der solche Projekte sehr wichtig findet und stolz auf seine Preisträger ist. Deshalb wird die Ausstellung im Rahmen eines Umwelttages und zum Tag der offenen Tür am Beruflichen Schulzentrum Höchstädt präsentiert werden.