Theaterbesuch der Fachbereiche Kinderpflege und Sozialpflege

„Mio, mein Mio“ von Astrid Lindgren

Unsere Theaterfahrt in der Vorweihnachtszeit ist mittlerweile eine liebgewonnene Tradition an den Berufsfachschulen für Kinderpflege und Sozialpflege in Höchstädt. Alljährlich planen und organisieren die Lehrkräfte aus den Fachbereichen Kinderpflege und Sozialpflege fachübergreifend im Rahmen eines Projektes diese Lehrfahrt zum Stadttheater Augsburg. Diesmal ging es am 13. Dezember 2018 mit 120 Schüler*innen zu „Mio, mein Mio“ (nach dem märchenhaften Kinderroman von Astrid Lindgren).

Um alle Schüler*innen bestens auf die Aufführung vorzubereiten, werden dabei jedes Jahr im Vorfeld Stück und Autor*in im Deutschunterricht durchgenommen. Die Lehrkräfte in Praxis-Methodenlehre und Medienpädagogik besprechen und behandeln weitere Facetten des Theaterbesuchs. Anhand eines Aufgabenblatts zum Theaterstück reflektieren die Schüler*innen in den folgenden Unterrichtsstunden sodann die Inszenierung – erörtert werden etwa die Kostüme, das Bühnenbild, die Regieeinfälle, die Altersangabe sowie die Möglichkeiten (und Grenzen) eines pädagogischen Einsatzes bei Kindern.

Besonders letzterer Punkt gab Anlass für weitere Diskussionen, entwickelte sich die Inszenierung in der zweiten Halbzeit doch allzu düster, schwer und furchteinflößend, so dass einer Altersempfehlung ab 8 Jahren nur eingeschränkt zuzustimmen ist. Gerade die eher anspruchsvolle, nur wenig kindgerechte Umsetzung kam bei unseren Schüler*innen jedoch sehr gut an. Für knapp zwei Stunden ließen wir uns vom Waisenjungen Bosse aus der tristen Hochhaussiedlung ins „Land der Ferne“ entführen, wo Bosse als Prinz Mio mutig gegen den bösen Ritter kämpft – eine Erzählung aus dem blühenden Reich der Fantasie, wie geschaffen für dunkle Dezembertage. Astrid Lindgrens mutmachende Geschichte wurde vom Stadttheater Augsburg sehr poetisch und klug umgesetzt, Videoinstallationen ergänzten sinnvoll den Bühnenraum und nicht zuletzt gelang es dank des lustvoll spielenden Ensembles, den Zuschauern zu vermitteln, wie wichtig es ist, an sich selbst (und die eigene Stärke) zu glauben.

V. Gerstmeyr-Praßler